Bergprodukte, Sanfter Tourismus und Genuss aus den Alpen

Mit unseren Kunden auf Informationstour im Hinterrheintal


Auch hier hören wir wieder, dass früher der Großteil der Bevölkerung vom Passverkehr und dem Transport gelebt hat und dass es nach der Eröffnung des Gotthardtunnels einen existensbedrohenden Einbruch gab. Ein Großteil der Bevölkerung ist in die USA, nach Neuseeland oder Kanada ausgewandert. Nur wenige Bauern haben hier die Landwirtschaft weitergeführt, die mit der Zeit dann auch wieder einen höheren Stellenwert erlangt hat. Ende des 19.Jahrhundert gab es hier noch mehr Pferde als Kühe.

Blick nach Südwesten in das oberste HinterrheintalIn der Käserei hat man die Jahreszahl 1846 gefunden, deswegen geht Herr Simmen davon aus, das man da begonnen hat, hier zu käsen. Man hat natürlich seit dem die Käserei kontinuierlich weiterentwickelt, die Protokolle, was alles probiert wurde und was für Erfahrungen gemacht wurden, sprechen ein beredte Sprache.
Um 1900 herum haben die Familien selbst mehr schlecht als recht gekäst. Sie sind morgens auf die Alp zum Melken und mittags ins Tal zum Heuen und abends wieder auf die Alp gegangen. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurde das Käsen dann genossenschaftlich organisiert.
Nach 1950 wurde es zunehmend schwierig, Alppersonal zu bekommen und die Alpen waren auch in schlechtem Zustand.
1976 wurde über Melioration (Flurbereinigung) nachgedacht. Aber erst durch zwei Lawinenenunglücke im Winter 1976/77, die die Verlegung der San-Bernardino-Bundesstrasse notwendig machten, wurde es wirklich notwendig, etwas zu unternehmen. Infolge dessen übernahm der Bund einen grossen Teil der Kosten für diese Melioration, die dann ab 1979 durchgeführt wurde. Dabei wurde dann auch die Strasse auf die Alp herauf gebaut und die verschiedenen Flächen der einzelnen Höfe wurden zusammengelegt.

Nufenen mit dem weiten Alpgelände darüberSchliesslich wurde im Jahr 2003 die Sennerei komplett neu gebaut und die Käsereianlagen auf den neuesten Stand gebracht. Momentan wird ein neuer Käsekeller gebaut, um die Reifungskapazitäten zu erweitern. Es kann dann hier der gesamte Käse ausgereift werden, der bislang teilweise ausgelagert wurde.
Die Sennerei Nufenen produziert aus etwa 1,2 Million Litern Biomilch etwas über 100 Tonnen Käse im Jahr, der Rahm wird bislang abgeführt, soll aber auf Dauer zu Bündner Bergbutter verarbeitet werden.
Neben dem Bündner Bergkäse werden kleine Mengen Spezialitäten wie Mutschli und Joghurt für den regionalen Markt produziert.
Gekäst wird an 7 Tagen in der Woche. Ein grosser Vorteil ist auch hier der direkte Kontakt zu den Bauern, die die Milch anliefern. Daneben gibt es umfangreiche Qualitätskontrollen, die mit der frischen und warmen Milch durchgeführt werden. Diese Proben sagen wesentlich mehr über die Qualität der Milch aus, als die Proben mit gekühlter Milch, wie sie vom Lebensmittelgesetz vorgeschrieben sind und die selbstverständlich ebenfalls durchgeführt werden.